Die 3 wichtigsten Punkte beim Start in die Gastro!

Gerade zu Beginn deiner Selbstständigkeit musst du dich um viele Dinge kümmern und das gleichzeitig. Vieles ist beim Start in die Gastro neu und Alles scheint irgendwie wichtig zu sein. Da kann es dir leicht passieren, dass du Etwas übersiehst. Zunächst ist das auch nicht weiter schlimm, denn Alles, was du übersiehst, kannst du immer noch machen. Es gibt aber 3 wesentliche Punkte, die du unbedingt gleich zu Beginn angehen musst, da diese zum einen sehr lange dauern und zum anderen nicht nur von dir selbst anhängig sind, sondern von Maklern, Behörden bzw. anderen Einrichtungen. Alles, was du nicht zu 100% selbst erledigen kannst und von anderen abhängig ist, erledige daher am besten zu Beginn.

Worum geht es? Im Wesentlichen geht es um drei Punkte, nämlich um deinen Standort, das Gewerbe und die Betriebsanlagengenehmigung. In diesem Artikel erkläre ich dir, was es mit diesen Punkten auf sich hat und warum diese gerade beim Start in die Gastro so wichtig sind.

Standort

Wir beginnen einmal mit dem Standort. Bei diesem Punkt spreche ich konkret zwei Dinge an. Nämlich zum einen passenden Standort zu finden und zum anderen den wichtigen Punkt dessen korrekte Widmung und Eignung für die Gastronomie zu prüfen.

Den passenden Standort finden

Eigentlich ein Thema für sich. Den passenden Standort zu finden ist eine lange, aber auch schöne Aufgabe beim Start in die Gastro . Eben weil die Aufgabe lange dauern kann, ist Sie mitunter eine der ersten Dinge, derer du dich widmest. Wichtig ist, dass du dich nicht verrückt machst. Es gibt nicht den perfekten Standort, an dem alles stimmt. Jeder wird seine Vor- und Nachteile haben. Wiege diese für dich ab und überlege ob diese Punkte für dich und dein Konzept passen.

Wie gehst du das an? Es gibt unzählige Möglichkeiten Standorte zu finden. Die einfachste und zeitsparendste Möglichkeit ist die Immobiliensuche im Internet und zwar auf dezidierten Gastro-Immobilien-Seiten oder Rubriken, wie zb.: gastroanzeigen.at, immobilien.net.

Eine weitere Möglichkeit ist, dass du dir ein Gebiet aussuchst, in dem dein Geschäft einmal sein soll und dann zu Fuß dieses Gebiet (z.B.: ein Bezirk, eine Gemeinde, eine Shopping-Straße, etc.) erkundest und nach leerstehenden Lokalen suchst. Meist hängen Zettel mit Kontaktmöglichkeiten im Fenster. Der Vorteil daran ist, dass so bereits vor Ort bist und so ein Gefühl für den Standort entwickelst und sofort einschätzen kannst, ob das etwas ist oder nicht.

Widmung prüfen

Auch wenn es einfach wäre, kann ich nicht einfach eine Erdgeschosswohnung oder ein Stück Wiese mieten, kaufen oder pachten und dann mein Restaurant dort eröffnen. Sonst würde das ja jeder machen. Wichtig ist, dass dein ausgewählter Standort auch für ein Gewerbe und zwar eine Gastronomie genehmigt ist und auch für genau das, was du vorhast.

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Beispielhafter Bescheid für die Nutzung eines transportablen Straßenstandes (Truck, Bike, Ape, Anhänger) auf öffentlichem Raum mit dezidiertem Verwendungszweck

Wie erkennst du das nun? Bei ganzen Grundstücken ist es meist so, dass diese grundsätzlich einem Verwendungszweck gewidmet sind. Das ist zum Beispiel ein Gewerbegebiet. Im städtischen Bereich ist es so, dass es meist Misch-Zwecke gibt. Das bedeutet, dass bei Gebäuden meist das Erdgeschoss für ein Gewerbe zugelassen ist und die Etagen darüber für Wohnungen. Das ist genau aus den Plänen der jeweiligen Liegenschaft ersichtlich.

In den Immobilienanzeigen wird übrigens häufig direkt darauf hingewiesen, ob und für welches Gewerbe eine Immobilie geeignet bzw. genehmigt ist. Siehst du dir eine Immobilie an, frag nach den Plänen, den Widmungen. So etwas muss schriftlich vorliegen.

Es kommt immer wieder vor, dass Mietverträge unterschrieben werden, Restaurants eröffnen und danach kommt man drauf, dass das gar nicht zulässig ist. Schau dir die Widmung daher immer gleich zu Beginn an um späteren Ärger zu vermeiden.

Gewerbe

Wird dein Start in die Gastro konkret, musst du deinen Betrieb natürlich anmelden. Das eigentliche Anmelden ist eine kurze Angelegenheit, die Vorbereitung dafür kann aber etwas länger dauern, weshalb dieser Punkt auch gleich zu Beginn gemacht werden muss.

Wie gehst du vor? Zunächst musst du die Entscheidung treffen, was du machen möchtest. Denn von dieser Entscheidung ist meist die Art des Gewerbes abhängig. Eröffnest du ein Take Away für Kaffee benötigst du beispielsweise ein anderes Gewerbe als für ein Restaurant mit 70 Sitzplätzen und alkoholischen Getränken.

Österreich

In Österreich gibt es das freie und das reglementierte Gastgewerbe und jeweilige Betriebsarten hierfür. Diese sind in der bundeseinheitlichen Liste der freien und der reglementierten Gewerbe gelistet.

Möchtest du beispielsweise ein kleines Coffee To Go anmelden, fällt das unter das freie Gastgewerbe und kann ohne größere Hindernisse angemeldet werden.

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Auszug der freien Gastgewerbe mit den unterschiedlichen Betriebsarten

Möchtest du eine Pizzeria mit 50 Sitzplätzen eröffnen, fällt das unter das reglementierte Gastgewerbe. Entscheidend ist hier die Betriebsart, Anzahl der Verabreichungsplätze und das tatsächliche Zubereiten von Speisen. Das ist übrigens auch beim Ausschank von Alkohol der Fall. Hierfür sind Nachweise nötig. Was für ein reglementiertes Gewerbe nötig ist, erfährst du auf der Seite der Wirtschaftskammer. Das kann eine Lehre, ein Hochschulstudium, eine Befähigungsprüfung, Berufserfahrung, einschlägige Oberstufe, etc. sein.

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Auszug der Übersicht der reglementierten Gewerbe. Nr. 26 betrifft die Gastronomie (Gastgewerbe)

In meinem Fall beispielsweise war es erforderlich die Befähigungsprüfung an der Wirtschaftskammer zu machen, was ich auch getan habe. Danach war ich berechtigt das reglementierte Gastgewerbe anzumelden und Alkohol auszuschenken.

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Mein Befähigungsprüfungszeugnis an der Wirtschaftskammer Wien

Deutschland

Auch in Deutschland gibt es grob gesagt eine Unterteilung, allerdings wird hier die Einteilung nach dem Alkoholausschank gemacht. Es gibt zum einen erlaubnisfreies Gastgewerbe. Das sind Betriebe ohne Alkoholausschank, wie zum Beispiel ein Coffee To Go. Diese können beim Ordnungsamt angemeldet werden.

Betriebe mit Alkoholausschank müssen ein Konzessionsverfahren durchlaufen. Hierbei geht es um das Erlangen der vielfach bekannten „Gaststättenkonzession“. Erst mit Erhalt dieser ist das Anmelden des Gewerbes möglich. Das kann etwas Zeit in Anspruch nehmen, weshalb es sich empfiehlt diesen Punkt gleich anzugehen.

Schweiz

Wiederum anders ist es in der Schweiz. Wenn du dich in der Schweiz als Gastronom selbstständig machen möchtest, ist die jeweilige Vorgehensweise in den Kantonen (quasi Bezirke) geregelt. Meist ist hier eine sogenannte „Betriebsbewilligung für Gastronomie“ und ein „Wirtepatent“ erforderlich.

Zudem muss in der Schweiz die gastronomische Tätigkeit der Lebensmittelbehörde gemeldet werden und ein HACCP-Konzept vorgelegt werden.

Betriebsanlagengenehmigung

Eine Besonderheit bei der Anmeldung in Österreich ist die Betriebsanlagengenehmigung. Grundsätzlich geht es um die Genehmigung aller ortsfest-verbauten Einrichtungen, bei der man annimmt, dass Sie sich auf Nachbarn, Menschen, Sicherheit oder Umgebung auswirken. Das können Lautsprecher, die Fritteuse, Klimaanlage, Belüftung oder Ähnliches sein.

Wichtig ist, dass diese Betriebsanlagengenehmigung vor dem Errichten oder Erbauen des Betriebs gemacht wird um dir im Nachhinein teure Umbau-Arbeiten zu ersparen. Sollte es Einwände seitens des Amts geben, ist es günstiger einen Plan zu verändern, als eine gebaute Küche.

Auch diese Genehmigung nimmt Zeit in Anspruch, ist aber wichtig und auch sinnvoll um auf lange Sicht auf der sicheren Seite zu sein.

Fazit

Auch wenn du an vieles bei deiner Betriebsgründung und deinem Start in die Gastro denken musst, so gibt es Dinge, die nicht nur von dir selbst abhängig sind, sondern von vielen externen Einflüssen. Das können Verfügbarkeiten von Immobilien, Ämter, Behörden oder Ähnliches sein.

Nimm dir daher unbedingt Zeit um…

  • einen guten Standort zu finden, der auch die richtige Widmung hat,
  • das richtige Gewerbe mit den nötigen Erfordernissen in Abhängigkeit deines Landes, Bezirks, etc. anzumelden und
  • die nötigen baulichen Bestimmungen wie die Betriebsanlagengenehmigung zu erlangen.

Wenn du noch tiefer in die Materie einsteigen möchtest, erfährst du in meinem Online-Kurs gleich in mehreren Kapiteln und Abschnitten mehr zu dieser Thematik. Gleich ein ganzes Modul ist dem Standort gewidmet. Du erfährst hier mehr über Standortmöglichkeiten, Vor- und Nachteile, Einflussfaktoren, Standort finden, Kaufen, Mieten oder Pachten, sowie Standorts auf Events.

In einem weiteren Modul dreht sich alles das Administrative und die formalen Erfordernisse, wie das Gewerbe, die Betriebsanlagengenehmigung, Musiknutzung, Abfälle und vieles mehr.

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