Warum es über kurz oder lang nicht ohne Gastronomie Mitarbeiter gehen wird!

Kaum einer denkt am Beginn seines Betriebs an Gastronomie Mitarbeiter. Kann doch nicht so schwer sein? Wenn weniger los ist, mache ich die Buchhaltung zwischendurch. Doch stimmt das? Leider nein! Zwar gibt es diese Phasen, doch eine einfache Rechnung zeigt, dass du früher oder später Mitarbeiter brauchst.

Die Ausgangslage ist fast bei allein gleich

Zu Beginn hat man andere Sorgen als Mitarbeiter einstellen. Gewerbe anmelden, Location finden, Kaffeemaschine kaufen, etc. alles Dinge, die parallel stattfinden müssen, sich gegeneinander beeinflussen und dir das Hirn zermartern. Alles kostet Geld und das nicht wenig. Darum entsteht in dir die Erwartungshaltung, dass du alles alleine schaffen musst. Das war auch bei mir so. Ich habe versucht alles unter einen Hut zu bekommen und war einfach zu geizig den ersten Mitarbeiter einzustellen. Das habe ich solange durchgezogen, bis es einfach zu viel war. Damit dir das nicht passiert, möchte ich dir zeigen, dass ein Mitarbeiter zwar Geld kostet, dir aber auch Arbeitslast abnehmen kann und wird.

Öffnungszeiten kannst du dir nur bedingt aussuchen

Beginnen wir einmal beim ersten Punkt, den Öffnungszeiten. Hierzu nehmen wir als Beispiel ein kleines Cafe zur Hand, denn ein Cafe eröffnen ist die beliebteste Wahl bei der Gastro-Gründung und deutlich einfacher als eine Bar aufzumachen.

Schlendert man durch die Straßen, so haben viele Cafes Öffnungszeiten von 10-18 Uhr und das sechs bis sieben Tage die Woche. Lediglich Kaffeehäuser in Büro- oder Universitätslage können sich einen Rhythmus von Montag bis Freitag und Öffnungszeiten von 7-15 Uhr erlauben. Das ist aber eher die Ausnahme. Ziehen wir nun acht Stunden pro Tag heran und nehmen sechs Tage pro Woche an, ergibt das 48 Stunden. Das bedeutet, dass alleine die reine Öffnungszeit schon das übliche Arbeitspensum von 40 Stunden pro Woche übersteigt und das um einen ganzen Arbeitstag. Nun wirst du vielleicht denken, dass das noch zu machen ist, aber es kommen ja noch ein paar Punkte hinzu.

Auch vor und nach den Öffnungszeiten gibt es Arbeit

Um Punkt 10 Uhr Schlüssel ins Loch und auf ist nicht drin. Auch wenn ein Cafe zu den einfachsten Gastro-Konzepten gehört, so ist auch hier eine Vor- und Nachbereitung erforderlich. Das fängt beim einfachen Aufheizen der Kaffeemaschine an und hört beim Boden schrubben auf. Erfahrungsgemäß kannst du hier eine Stunde vorher und eine Stunde nachher hinzurechnen und das täglich. Es kommen also an sechs Tagen je zwei Stunden hinzu und das ergibt 12 Stunden pro Woche.

Einkauf im Großhandel und anderen Geschäften

Wir bleiben wieder beim Cafe und da reduziert sich der Einkauf auf eine geringere Liste, als bei einer Burger-Bude. Kaffee, Milch und Milchalternativen, Zucker, eventuell noch Süßwaren aber dann sollte es das gewesen sein. Dennoch kannst du das nicht nur einmal pro Monat machen (Stichwort: Frische und Haltbarkeit), sondern musst öfter mal im Großhandel vorbeischauen. Ich empfehle dir einmal pro Woche. Bist du schnell und der Weg hin und zurück liegt gut, schaffst du das in zwei Stunden pro Woche.

Was noch? Achja, Bürokram!

Einfach Rechnungen in einen Ordner und Kassenbon einmal pro Monat ausdrucken ist zu wenig. Es kommen Tagesabrechnungen, Kartenzahlungen, Ausgaben in Bar und per Karte oder Überweisung, Rechnungen als Bon oder per Mail und vieles mehr auf dich zu. Alles will geordnet, nummeriert, abgetippt und vice versa gedruckt oder gescannt werden. Und dann bitte noch den Steuersatz vermerken. Nicht genug, das Telefon klingelt, Reservierungen trudeln per Mail ein und dann sind da noch die Warteschleifen-Telefonate und anderes Zeugs. Man glaubt es kaum und auch ich habe es zu Beginn nicht geglaubt, aber mit fünf Stunden pro Woche solltest du hier, speziell in der Anfangszeit, rechnen.

Und dann wäre da noch der persönliche Arzttermin…

Nicht nur das. Wie sieht es mit Urlaub, Krankenstand, privaten Terminen oder auch mal einem freien Tag unter der Woche aus? Fehlanzeige. Kunden sehen es gar nicht gerne, wenn sie sich an fixe Öffnungszeiten gewöhnt haben und diese nicht eingehalten werden. Der Zettel an der Tür „privater Termin – heute geschlossen“ ist keine Lösung.

Fast schon minutiös sind gerade Stammgäste zwei Minuten vor Öffnungszeit da und wollen kaufen. Das selbe dann nochmals zwei Minuten vor Ladenschluss. Sei dankbar dafür auch wenn es dir manchmal zu viel wird. Kurzum, du braucht eine Vertretung, sprich Gastronomie Mitarbeiter.

Dafür brauchst du Gastronomie Mitarbeiter

Alle Zeilen bis hier her sollten einen gewissen Aha-Effekt bei dir auslösen. Du solltest wissen, dass du dich früher oder später mit dem Thema Mitarbeiter auseinandersetzen musst. Zum einen um logistisch alles unter einen Hut zu bekommen und zum anderen um auch in Sachen Freizeit nicht zu kurz zu kommen.

Wenn du nun den obigen Zeitbedarf zusammenrechnest, wirst du auf 67 Stunden pro Woche ohne private Angelegenheiten kommen. Bei 40 Stunden Normalarbeitszeit brauchst du also mindestens eine Teilzeitkraft mit 20-25 Stunden um dich nicht zu überarbeiten.

Wie finde ich Gastronomie Mitarbeiter?

Eine wichtige Frage. Hier gibt es zwei grundlegende Möglichkeiten. Die klassische Variante ist eine Stellenanzeige auf einem Portal wie zum Beispiel hokify oder gastrojobs, dann gibt es noch die Möglichkeit einen Geschäftspartner zu suchen. Das geht zum Beispiel im persönlichen Umfeld, mit Mitarbeiterbeteiligungen, Gründung mit einem Freund oder Ähnliches. Beide Methoden haben ihre Vor- und Nachteile. Gastronomie Mitarbeiter lange im Unternehmen zu behalten ist schon eine Seltenheit. Viele suchen einfach nur einen Übergangsjob und bleiben nicht lange. Andere wiederum sind unzuverlässig, kommen zu spät oder gar nicht.

Das Thema Mitarbeiter ist also ein komplexes mit vielen Teilbereichen. Das und mehr erfährst du zum Beispiel auch im Kapitel Mitarbeiter in unserem Online Kurs zum Einstieg in die Gastronomie. Neben der Organisation planen und dem Mitarbeiter finden, kümmern wir uns hier noch um weitere Themen wie einschulen, motivieren, führen aber auch mit Fragen wie, was kostet ein Mitarbeiter überhaupt und wie ist das Zusammenspiel mit dem Steuerberater und vieles mehr.

Gastronomie Mitarbeiter im Fazit

Das Ergebnis ist eigentlich recht eindeutig. Jeder beginnt mal alleine und einigen scheint das auch nichts auszumachen. Doch ein viel größerer Teil setzt auf zumindest einen Mitarbeiter oder ein Team. Das erleichtert nicht nur deinen Arbeitsalltag, sondern erhöht auch den Spaß an der Arbeit, da du mit Menschen arbeitest und nicht alleine bist.

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3 Gedanken zu „Warum es über kurz oder lang nicht ohne Gastronomie Mitarbeiter gehen wird!“

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